Memminger Zeitung,
04.11.2004

Außergewöhnlich
Konzert in der Basilika Ottobeuren (e).


Auftritte des Carl-Orff-Chores aus Marktoberdorf versprechen Konzerte auf gehobenerem Niveau und garantieren ein anspruchsvolles Programm mit interessanten Werken.
Bei der „Konzertstunde am Samstag" in der Basilika erfüllte das Ausnahme-Ensemble aus dem Allgäu die gesetzten Erwartungen. Adalbert Meier als Gestalter dieser Ottobeurer Benefizreihe kann sich glücklich schätzen, die Marktoberdorf er zu seinen verlässlichen Förderern zählen zu können. Ihr jetziger Leiter und Stimmerzieher, Robert Blank, versteht es, seine Chormitglieder mit Hingabe zu einer solchen geschlossenen Leistungsfähigkeit zu begeistern.
Mit müheloser Selbstverständlichkeit folgt der Chor seinen dynamisch präzise abgestuften Deutungen. Die Chorauswahl umfasste nicht alltägliche Werke von der Gregorianik bis zur Neuklassik und gemäßigt moderner Richtung. Immer wieder konnten überraschende, interessante Wendungen in exzellenter Darbietung entdeckt werden: der vorbildlich vorgetragene Gregorische Choral zum Beispiel, ein Block marianischer Gesänge aus Europa, das kunstvoll Spielerische im Salve Regina eines Orlando di Lasso, ein russisches „Ave Maria" von Rachmaninov oder ein baltisches „Ave Maria zart" mit eigenartig klingenden Akkorden. Chorsätze, die unwillkürlich zum andächtigen Zuhören anlegten.
Ungewöhnliche Werke bot der letzte Abschnitt mit vorwiegend skandinavischen Kompositionen, darunter ein finnischer Chorsatz von Kostiainen, bei dem Stimmungsbilder und Handlungen lautmalerisch und rhythmisch in einer Art von Programmmusik beispielhaft wiedergegeben werden.
< zurück