AZ 20.12.2006
Peter Steinbach

Ein wunderschönes „Stille Nacht" zum Ende
Lions-Club beschert stimmungsvolles Konzert in St. Magnus


Am dritten Adventssonntag, bei wenig weihnachtlichem Wetter, dafür aber einer voll besetzten St. Magnus-Kirche, fand das alljährliche Weihnachts-Benefizkonzert des Lions-Clubs Marktoberdorf statt. Die Einnahmen kommen den vielfältigen caritativen Aufgaben des Lions-Clubs zugute. Für den künstlerischen Teil hatten sich der Carl Orff Chor, die Marktoberdorfer Stubenmusik und der Organist Adalbert Meier zur Verfügung gestellt.
Über den gebürtigen Marktoberdorfer und Leiter des Carl Orff Chors, Robert Blank, schrieb der Rezensent der Süddeutschen Zeitung nach einem Konzert Anfang Dezember mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks im Prinzregententheater euphorisch: „Das Publikum war ganz aus dem Häuschen." Fürwahr ein großes Lob an den jungen Chorleiter von einem als sehr kritisch bekannten Feuilletonisten. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, denn im selben Maße, in dem er einen Berufschor anspornt, vermochte er auch die Sängerschar des Carl Orff Chors zu Höchstleistungen zu animieren. Wie schon in früheren Zeiten vermochte der Chor das Publikum in atemlos knisternde Spannung zu versetzen. Man glaubte wieder alles zu erleben, die Präzision, die Stimmfülle, die Transparenz, die dynamischen Phrasierungen, das persönliche Engagement jedes Einzelnen.
Der Stadt verbunden
Es soll an dieser Stelle nicht jeder Chorsatz aufgeführt werden, stellvertretend ein paar kontrastierende Beispiele: Francis Poulenc´ „Hodie Christus natus est" mit dynamischer Wucht und unmittelbar danach von ihm zart, fast ätherisch abgehoben „O magnum mysterium". Wolfram Buchenberg, der Stadt schon durch seine Gymnasialzeit stark verbunden, hat sich wie ein aufleuchtender Stern in der Chorszene etabliert. Sein Magnificat für acht-stimmigen Chor, dem eine Solo-Sopranstimme zu Beginn und am Schluss unterlegt ist, hat für einen der Höhepunkte des Konzertes gesorgt. Die dynamischen Wechselwirkungen, Gesangs- und Sprechtechnik, vorzügliche Artikulation und ein dreifaches Piano zum Schluss faszinierten. Ein Chor, der dies beherrscht, kann auch in ergreifender Schlichtheit weihnachtliche Chorsätze interpretieren.
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Deshalb für alle zum Schluss langer Applaus und zum Nachhausegehen ein wunderschönes „Stille Nacht" des Carl Orff Chors.

 

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